One Tree Hill ohne Lucas and Peyton -- geht das? Eines gleich vorweg: Ich glaube, dass es sinnvoll ist, diese DVDs erst dann anzuschauen, wenn man vorher mindestens eine -- oder besser noch: alle -- Staffeln der Serie gesehen hat. Man wird zwar auch als Zuschauer ohne Vorkenntnisse bestens unterhalten, doch erst mit dem Wissen um den Hintergrund der einzelnen Charaktere, ihre Biographien, wird man die derzeit aktuellste Staffel von 'One Tree Hill' vollkommen genießen können.
Denn es erwartet einen eine höchst-professionell gedrehte Fortsetzung einer der besten Serien, die es im Fernsehen je gegeben hat.
Diese siebte Staffel ist sehr erwachsen. Nicht nur, dass alle ihre High School-Zeit mittlerweile lange hinter sich gelassen haben; auch ihre Dialoge und die Vorgänge in ihren Leben sind weit erwachsener geworden. Gleichzeitig reifer, überlegter und insgesamt humorvoller.
Komischerweise vermisse ich die zwei ausgestiegenen Hauptdarsteller der vorangegangenen Staffeln, Lucas und Peyton, zwar sehr, aber doch nicht so stark, wie ich es vorher vermutet hätte. Alle anderen bekannten Gesichter sind weiterhin dabei. Einige von ihnen charakterlich deutlich verändert -- wie z.B. Brookes Mutter, Victoria. Nebenher werden einige neue Personen eingeführt, die dann auch gleich über längere Abschnitte zu sehen sind und ganz gut dazupassen -- wie z.B. Brookes Designer-Kollege, Alexander.
Von der schauspielerischen Leistung her sehr stark finde ich weiterhin Brooke und auch Dan, obwohl seine aktuelle TV-Prediger-Gestalt etwas absurd wirkt. Immer wieder klasse (und wahrscheinlich für viele Zuschauer nicht so wichtig) finde ich Nathans und Haleys Sohn, Jamie. Er macht seinen Job wirklich gut, seit er zum ersten Mal auf dem Bildschirm erschienen ist.
Gleichgeblieben (im positiven Sinn) sind für meinen Geschmack Nathan, Julian, Taylor, Millie, Mouth und Skills.
Etwas schwächer als sonst finde ich Haley, die sowohl von der Rolle her als auch mit Blick auf die Songs nicht mehr ganz so überzeugen kann, wie sie es zu ihren atemberaubenden 'Halo'-Zeiten vermochte.
Von den einzelnen Episoden am besten gefallen haben mir die beiden letzten, 'Schatzsuche' und 'Die Filmpremiere'.
Was ich beim Anschauen einer jeden Folge immer noch vermisse, ist die Erkennungsmelodie aus den ersten Staffeln. 'I don't want to be' von Gavin DeGraw wird leider aus Kostengründen nicht mehr verwendet, obwohl es so gut zu 'One Tree Hill' passte.
Nun noch kurz zu meinen Gründen für die Vergabe von lediglich 4 der möglichen 5 amazon-Sterne:
'One Tree Hill' ist, wie bereits oben geschrieben, eine der besten Serien, die es bisher im TV gegeben hat. Doch die volle Punktzahl haben sich einige der vorangegangenen Staffeln verdient. Diese siebte Staffel ist zwar sehr gut, kommt aber nicht ganz an jene Vorgänger heran. Dafür ein halber Stern Abzug.
Ein weiterer halber Stern geht dadurch verloren, dass es im Jahre 2010 immer noch nicht möglich ist, neben den heterosexuellen Personen auch einen oder mehrere homosexuelle Hauptcharaktere zu etablieren. An kreativen Ideen mangelt es dem Team um Produzent Mark Schwahn ja nicht, wie man z.B. schon alleine anhand des mittlerweile sehr skurrilen Lebensweges von Dan Scott sehen kann.
Warum es nicht möglich ist, auch mal einen schwulen Mann oder eine lesbische Frau ins Boot zu holen, kann ich nicht nachvollziehen. Und auch die bisher einzigen beiden homosexuellen Nebenfiguren sind schnell wieder von der Bildfläche verschwunden.*
Fazit: Auch die siebte Staffel überzeugt durch interessante Geschichten und gute Hauptdarsteller. Es lohnt sich!
* Die beiden waren: Anna (Mitschülerin aus der zweiten Staffel), die nach ihrem Coming Out an ihre alte High School zurückgeht, und Josh (Hauptdarsteller in Julians Film aus dieser siebten Staffel), der nach Drehende und Auflösung einiger Verstrickungen nicht mehr auftaucht